Einen guten Tag wünsche ich Euch allen!
Die Freizeitangebote in einer Reha haben einen hohen Stellenwert, denn hier treffen sich Gleichgesinnte, die in völlig lockerer und gelöster Atmosphäre ihre Kreativität ausleben können. Ich bin vielseitig interessiert und habe die Gelegenheit genutzt, verschiedene Möglichkeiten der handwerklichen Kunst wahrzunehmen- und kennen zu lernen.
Malen mit Acrylfarbe
Diese Technik ist für mich nicht neu gewesen, aber das Malen ist immer wieder „NEU“ für mich. Ich hatte mir einen Keilrahmen gekauft und brachte –ohne Vorstellung, was ich malen wollte- einfach mal Farbe auf die Leinwand. Es ergaben sich Strahlen vom und zum Himmel hin, die ineinander flossen. Plötzlich erkannte ich etwas auf meinem Bild , irgendwie mystisch kam´s mir vor. Als die Künstlerin des Abendkurses bei mir stand und mein Bild beobachtete, sagte ich ihr, welche Vision ich hatte und in dem Moment war der Zauber vorbei, ich übermalte es abrupt. Meine Inspiration hatte ich zerstört. Eine neue sehr bedeutungsvolle Erfahrung für mich.
Malen mit Ölkreide
In meiner Vorstellung hatte sich bei mir Pastellkreide (pulvrig) eingenistet.
Von der Ölkreide war ich zunächst enttäuscht. Ganz neu war für mich die Technik, Ölkreide mit Terpentin zu verflüssigen und verlaufen zu lassen. Das ergab eine interessante Linienführung.
Was bei dieser Arbeit nicht so angenehm war, hat mit dem benebelnden Geruch von dem Terpentin zu tun. Ich durfte diese Methode kennenlernen und dafür war ich dann doch dankbar.
Schmuck Kreationen
Es waren sogar Herren unter den vielen Damen, erwähnenswert, finde ich. Aus dem großen Angebot von Steinen, Perlen in allen Formen und Farben konnten eigene Schmuckstücke kreiert werden. Auf Silber- oder Edelstahldraht wurden die ausgesuchten Steine/Perlen aufgefädelt und mit Quetschperlen in die richtige Position gebracht. Es entstanden Halsketten, Armbänder und Schlüsselanhänger – jedes einzelne Stück ein UNIKAT -. Ich habe für meine Tochter einen Schlüsselanhänger und ein Armband schwarz/silber-farbig gefertigt. Auf meine Bitte hin durfte ich eigene mitgebrachte Perlen einarbeiten. Mit meiner Idee von zu Hause mitgebrachte kaputte Ketten reparieren zu können, lag ich falsch, denn der Verkauf des angebotenen Zubehörs gehörte zum Geschäftsinteresse der Vorführenden. Ach ja, für mich habe ich einen roten Glasstein ca. 3×4 cm mit mittiger Bohrung ausgesucht, den ich an einem Edelstahlreif trage. Schlicht, einfach und dekorativ.
Speckstein Modellieren
Das Material sprach mich erst überhaupt nicht an, aber so in der dritten Woche wollte ich plötzlich das Material in meinen Händen fühlen und spüren, wie es ist.
Ich suchte mir einen grünlichen Stein und formte ein Herz daraus durch Schneiden, Feilen, Schleifen (verschiedene Körnung) trocken und nass bis es mir gefiel. Die Anfangsbuchstaben der Namen meiner Tochter und Enkelsöhne habe ich noch eingraviert und schon hatte ich ein wunderschönes Mitbringsel. Dann zauberte ich noch aus einem Stück rosa Speckstein Herzen, die ineinander übergehen, 4 Stück von beiden Seiten gesehen mit rauhen und glatten Oberflächen. Und ein bräunlicher Engel ist noch entstanden. Wenn dieses braune Material nicht so hart gewesen wäre, hätte ich mindestens 7 gehabt, denn die Stücke hatte ich schon gesägt. Dieses Projekt musste ich leider abbrechen, da die Zeit zum Bearbeiten nicht gereicht hätte. Schade!
Tiffany-Technik
Diese Technik wollte ich nun auch kennenlernen. Hierbei durfte ich nicht abwarten, was sich so unter meinen Händen ergeben würde, nein hier musste ich vorher entscheiden, was ich anhand der Vorlagen machen wollte. Ich entschied mich für einen Engel – wie könnte es auch anders sein?. Wie sich beim Schneiden herausstellte, hatte ich mir das schwierigste Glas mit Struktur in einem schönen melierten Hellblau (fand ich am schönsten) herausgesucht. Es ist wirklich nicht „mein Material“. Beim ersten Versuch platzte das Glas nicht an der Schnittstelle, sondern ganz wo anders. Und schon brauchte ich ein Pflaster, nicht nur ich übrigens. Der Kursleiter hatte eine ganze Schachtel mit Pflaster dabei. Aus den Bruchstücken zauberte ich Herzchen mit ganz unebenen Rändern, denn die musste ich mit einer Zange „abknabbern“. Den Zuschnitt für den Engel machte mir der Chef, um weiteren Bruch zu vermeiden. Alle Teile wurden von mir sorgfältig mit Kupferband umwickelt und dann mit Zinn gelötet. Als ich den fertigen Engel in Händen hielt, war er nun doch von mir.
. Es braucht schon etwas Übung und Geschicklichkeit, damit es nicht zu dicke Zinnwülste gibt.
Ja, ich war einmal dabei und das reicht.
Sport
“Aquaerobic “und Gymnastik waren wiederholt im Freizeit-Angebot. Es bildeten sich immer Gruppen von über 20 Personen und so war es ein konditionsförderndes Miteinander, denn es wurden immer wieder Wettkämpfe ausgetragen. Im Spiel sich zu verausgaben, das fällt zunächst nicht besonders auf, aber dann lässt der Muskelkater grüßen. Spaß hat`s trotzdem gemacht.
Auch außerhalb der Rehaklinik sind Abwechslungen zu finden. Der Kneipp-Wanderverein hatte am Aushang Informationen hinterlassen. Ich nahm an zwei Wanderungen teil. Auf diese Weise konnte ich die nähere Umgebung etwas besser kennen lernen.
Als ich von der Vernissage im Wasserturm hörte, war der Wasserturm mein Ziel. Die Begrüßung, der Sektempfang, die KünstlerInnen mit ihren Bildern in dem Turm mit der engen Wendeltreppe, die netten Gespräche – also die Atmosphäre war einfach bezaubernd.
Der Blick von der Aussichtsplattform entschädigte mich für den höheren noch engeren Aufstieg allemal.
Auf dem Heimweg sammelte ich Blätter, wunderschöne rote Weinblätter, die ich in meinem Zimmer zu den bereits dekorierten Ästen, Borken, Zweigen mit verschiedenen Beeren, Maiskolben (von der Wanderung) Kastanien, Eicheln und Steinen auf den Couchtisch legte. Es ist/war ein wunderschöner Anblick und machte mein Zimmer zu dem MEINEN.
Das wars für heute. Melde mich bald wieder.
Liebe Grüße
Lilli